Kaninchenzuchtverein F160 Osterode am Harz Kaninchenzuchtverein F160 Osterode am Harz Kaninchenzuchtverein F160 Osterode am Harz

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23.03.2012 Jahreshauptversammlung

Haustierwerdung oder Kaninchenzucht ein leistungsstarkes, wirtschaftliches und soziales Hobby


HISTORIE |SICHERUNG DER ERNÄHRUNG |ZUCHT UND HALTUNG |RASSEN UND FARBSCHLÄGE |KANINCHENSCHAUEN |FREIZEIT

Grafik a) HISTORISCHES

Tiere, die dem Menschen Nutzen versprachen, sind schon früh in seine Obhut genommen worden.
Die Übernahme des Wildtieres mit der damit verbundenen Betreuung wird als Domestikation (Haustierwerdung) bezeichnet. Beim Kaninchen liegt dieser Beginn bei etwa 300 v. Chr. .Es ist bekannt, daß Kaninchenfleisch bereits bei den Spaniern und später bei den Römern Bestandteil des Speiseplanes war.
Mit dem Fortschreiten der Zivilisation wurde das Kaninchen auch weiter verbreitet. Hilfreich war dabei die Fähigkeit des Tieres, sich selbst extremsten Gegebenheiten anzupassen. Maßgeblich an der Domestikation im deutschsen Raum waren die Klöster beteiligt. Die erste urkundliche Erwähnung des Kaninchens in Deutschland im Jahre 1149 geht auf das Kloster Corvey zurück. Eine planvolle Zucht ist aber bis zum Beginn der Industrialisierung Deutschlands kaum erfolgt. Man ließ die Kaninchen in den Ställen der vielzähligen Bauernhöfe einfach laufen.

In den neuen Siedlungen , die im 19. Jahrhundert im Rahmen der Industrialisierung errichtet wurden, war nicht mehr der Platz vorhanden, der für die bis dahin übliche Gehegehaltung notwendig war. Die Größe der Grundstücke konnte man besser nutzen, indem man die Gehege praktisch aufeinander stellte. Hieraus entwickelte sich später die heutige Stallform.
Die mit der Industrialisierung verbundene Landflucht führte dazu, daß immer mehr Menschen auf engerem Raum lebten und deshalb Nahrungsmittel teurer wurden. Das Kaninchen war wesentlich daran beteiligt, die Ernährungsgrundlage weiter Bevölkerungskreise sichern zu helfen. Für eine planvolle, zielgerichtete Zucht war die Umstellung vom Gehege auf die heute übliche Buchtenhaltung eine wesentliche Voraussetzung.
Der Mensch bestimmte von nun an die Auswahl der Zuchttiere und beeinflußte damit nachhaltig die Rassebildung.
Bis zum Jahre 1700 waren insgesamt nur 5 verschiedene Rassen bekannt. Die blauen, braunen und gelben Rassen sind erst ab ca. 1800 entstanden die genetisch schwierigeren Rassen erst sehr viel später, teilweise erst im 20. Jahrhundert. Neben der Fellfarbe wurde unterschiedlicher Wert auf die Größe der Kaninchen gelegt.

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Grafik b) SICHERUNG DER ERNÄHRUNG

Die Zunahme der Kaninchenzucht in Notzeiten konnte bis etwa 1960 durchaus als Gradmesser des Lebensstandards der Bevölkerung dienen. Die kurze Tragezeit von nur 31 Tagen und die Möglichkeit, bereits nach kurzer Zeit einen verwertbaren Schlachtkörper zu erhalten, boten das Kaninchen geradezu an, Ernährungskrisen mit überwinden zu helfen.
Ein Kaninchen erbringt im Laufe seines Lebens mit seinen Nachkommen immerhin etwa das Gewicht einer Kuh. Hinzu kam die Tatsache, daß Menschen und Kaninchen keine Nahrungskonkurrenten sind und zur Produktion von Kaninchenfleisch Futtermittel eingesetzt werden konnten, die für den Menschen nicht direkt verwertbar waren. Weiterhin konnte eine kurzfristige Anpassung des Tierbestandes an den jahreszeitlichen Futteranfall erfolgen.

Die Gesamtheit dieser Vorzüge hat letztendlich auch dazu geführt, dass Kaninchen verstärkt zur Lösung heutiger Probleme in Ländern der Dritten Welt einzusetzen.

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Grafik c) ÜBER 100 JAHRE ERFAHRUNG IN ZUCHT UND HALTUNG

Eine planvolle Zucht setzt eine züchterische Organisation voraus, deren Ursprünge fast 120 Jahre (Gründung der ersten Kaninchenzuchtvereine in Deutschland - z. B. 1873 in Hildesheim- ) zurückreichen. Waren in den Anfängen reine wirtschaftliche Sachzwänge ausschlaggebend, so ist seit etwa 1960 auch eine Verstärkung der sozialen Komponenten feststellbar. Heute ist Kaninchenzucht eine wirtschaftliche Freizeitgestaltung, zu der immer mehr Menschen stoßen. Unterstützt wurde der Mitgliederzuwachs durch freigesetzte Arbeitszeit. So stieg die Zahl der im Zentralverband Deutscher Kaninchenzüchter e.V. organisierten Züchter vom Jahr 1976 mit 113.288 auf knapp 200.000 in diesem Jahr.

Zucht und Haltung der Kaninchen erfolgt heute in modernen Stallanlagen, die auch der Repräsentation dienen können. Die artgerechte Haltung und Fütterung hat durch das gestiegene ökologische Verständnis neue Personenkreise für die Kaninchenzucht erschlossen, die früher nur selten in den Kaninchenzuchtvereinen vertreten waren.

Das Gesundheitsbewußtsein unserer Gesellschaft hat wieder zur vermehrten Erzeugung von selbstgewonnenem Kaninchenfleisch geführt. Dies wird dadurch begünstigt, daß Kaninchenfleisch wegen seiner leichten Verdaulichkeit, der geringen Harnsäurebildung beim Stoffwechsel sowie eines hohen Anteils (18% ! ) an ungesättigten Fettsäuren (ähnlich Pflanzenfett) und des geringen Cholesteringehaltes als Diätkost bestens geeignet ist.

Auch heute wird ein Großteil der Tiere auf einer Stroheinstreu gepflegt, die in regelmäßigen Abständen und je nach Zustand vollständig gewechselt werden muß. Die enge traditionelle Verbindung von Kleintierhaltung und (Klein-) Garten läßt die Entsorgung des organischen Düngers zu keinem Problem werden. Eine hohe Bodenfruchtbarkeit durch bestes Bodenleben ist fast überall in den Gärten der Kaninchenzüchter anzutreffen. Unkenntnis und Voreingenommenheit politisch Verantwortlicher erschweren vielerorts in den Wohngebieten die Zucht von Kaninchen. Eine Kaninchenpflege, die nach den Empfehlungen organisierter Züchter erfolgt, stellt für die Umwelt keine Belastung, sondern eine Bereicherung dar. Die bereits erwähnte soziale Komponente erfordert geradezu die Pflege von (Klein-) Tieren in Wohngebieten. Die verantwortungsvolle Beschäftigung mit Tieren ist ein wesentlicher Ausgleich zur Berufsausübung. Schließlich kann beim Umgang mit dem Tier oder in der Gemeinschaft des Vereines eine Selbstbestätigung gefunden und der sozialen Vereinsamung vorgebeugt werden.

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Grafik d) RASSEN UND FARBSCHLÄGE

Wenn in der Rassekaninchenzucht heute nach dem verbindlichen Standard fast 70 Kaninchenrassen in knapp 200 Farbschlägen gezüchtet werden, so ist das das Ergebnis einer langen und erfolgreichen Zuchtarbeit. Um die in den knapp 5000 Kaninchenzuchtvereinen jährlich heranwachsenden Tiere nicht zu verwechseln, werden alle mit einer unterschiedlichen Tätowierung in beiden Ohren gekennzeichnet. Anhand des Abstammungsnachweises und der Kennzeichnung kann die Herkunft jedes Kaninchens eindeutig festgestellt werden.

Die Organisation des Zuchtwesens ist weltweit führend und bildet die Voraussetzung zur Erhaltung der vielen Rassen und Farbschläge in unterschiedlicher Körperform , -größe und Fellbeschaffenheit. Sie ist Garant für den weltweiten Export von Kaninchen .

Die genetische Vielfalt der anerkannten Rassen hat es mit sich gebracht, daß für fast alle Edelfelle ein ähnliches Kaninchenfell existiert. Auch der Wollertrag des Angorakaninchen konnte in den zurückliegenden jahren auf immerhin 1 - 1,5 KG / Rohwolle / Jahr im Durchschnitt gesteigert werden. Dies entspricht etwa 7 - 8 mal dem Ertrag, den ein Schaf produziert. Wenn man weiß, das aus nur einem Gramm des 9 - 12tausenstel mm starken Haar ein Faden von bis zu 180 m gesponnen werden kann, kann man ermessen, welche Leistung das Tier in der Lage ist zu erbringen.

Diese erfreuliche Variation wird von den Züchterinnen genutzt,um kunsthandwerkliche Arbeiten aus Kaninchenfell und Angorawolle anzufertigen.

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Grafik e) KANINCHENSCHAUEN ALS LEISTUNGSMESSER DES ZUCHTSTANDES

Die Beschäftigung mit dem Tier und die planvolle Zucht führt zwangsläufig zu einem Wettbewerb. Diese Wettbewerbe,allgemein als Kaninchenschauen bekannt, sind eine Gelegenheit, die züchterische Arbeit und den dabei erzielten Leistungsstand festzustellen und zu vergleichen. In den alten Bundesländern wurden jährlich über 1,2 Mio Kaninchen auf Schauen vorgestellt und von den über 1000 ZuchtrichterInnen nach einem bestimmten Regelwerk bewertet. Das Spektrum reicht von der kleinsten Orts- und Vereinsschau bis hin zu Bundesschauen, auf denen fast 40.000 Tiere gezeigt werden.

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Grafik f) LEISTUNGEN IN DER FREIZEIT

Die Leistungen der vielen organisierten Züchter, die in der Freizeit entstehen, werden meist unterschätzt. Reine Produktionszahlen sind allerdings heute, wo eher Lagerprobleme der zuviel erzeugten Nahrungsmittel vorhanden sind, nicht immer eine Freude für Ernährungspolitiker . Es sollte aber nicht verschwiegen werden, daß 90% der jährlich in der Bundesrepublik erzeugten 30.000t Kaninchenfleisch aus Kleintierhaltungen stammen. Das entspricht einem Produktionswert von rd. 300 Mio DM .

Diese Zahlen sollen nicht den erschrecken,der sich für die Kaninchenzucht interessiert, denn auch mit geringen Mitteln kann eine zweckmäßige Stallanlage und damit die Voraussetzung für eine einwandfreie Kaninchenzucht geschaffen werden.

FRANK BALOGH
Kassenwart und Obmann für Öffentlichkeitsarbeit F 160 OSTERODE

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1. Vorsitzender Gudrun Göllnitz *Im Strange 49* D-37520 Osterode am Harz
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Letzte Aktualisierung am 07.12.2011 um 15:05 Uhr

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